Säbel

Im Jahr 1994 stellte ich fest, das die Säbel der Klumpsack-Kompanie sehr strapaziert waren. Die Verdrahtung am Griff war lose und stach dauernd in die Hand und hatte mir schon einen Handschuh unbrauchbar gemacht. Auch das Portopee war verschlissen und verknickt, da es nur ein billiger Nachbau war. An einer Scheide war die Klemmvorrichtung total ausgerostet, so das der Säbel ganz leicht aus der Scheide rutschte. Die fachmännische Restaurierung sollte über 150,- DM kosten. Wie alt die Säbel waren wusste Ludwig Lübbert, und auch andere ältere Fahnenoffiziere nicht. Auch nicht Kurt Klüter, der die ganze Nachkriegszeit an leitenden Positionen in der Kompanie war, aber Kurt Klüter sagte dass die Säbel gleich nach Wiederanfang Anfang der 50er Jahre angeschafft seien. Da die Säbel also keinen historischen Wert darstellten, und nur einfache Schützen-Parade-Säbel waren, kam eine Restaurierung nicht in Frage. Ich habe dann bei Firma Filter in Paderborn Angebote eingeholt und die in Frage kommenden Säbel lagen so bei 150,- DM das Stück. Jedoch wurden in meiner Waffenzeitung seinerzeit von einem Händler Original Französische Paradesäbel in neuwertigen Zustand angeboten, die sollten 198,-DM kosten, neu kosten die über 500,-DM. Das sind die Säbel die heute noch vom Wach-Bataillon bei Paraden vor dem Ellisee-Palast und am Arc de Triumph getragen werden. Nach Rücksprache mit Hauptmann Heiko Peters habe ich dann 2 Säbel gekauft, einen habe ich der Klumpsack-Kompanie gespendet und einen hat die Kompanie bezahlt. Zum Königsschießen 1995 haben wir sie dann das erste Mal getragen und als dann der Oberst Franz Jöring König wurde, war es für uns ein besonderer Anlass, die neuen Säbel zu Tragen. Anlässlich 100 Jahre alter Fahne haben 2009 die alten Fahnenoffiziere Manfred Paust, Karl Peters und ich die alte Fahne beim Sonntäglichen Schützenumzug getragen, und auch die alten Säbel.

Nach Schützenfest habe ich die alten Säbel etwas aufgemöbelt. Den Stahl habe ich an den Stellen wo der Chrom abgeblättert war poliert. Die Verdrahtung an Griff und Portopee nach-gebogen und verklebt. Die Messingteile aufpoliert. Die Scheiden von innen gereinigt und mit Fertan konseviert. Die Klemmvorrichtung, soweit sie nicht ganz ausgerostet war habe ich etwas nachgebogen, und die Seiten an den Stellen wo die Farbe abgestoßen und abgeblättert war habe ich mit einem Eddingstift geschwärzt. Alles mit hochwertigem Waffenöl konserviert, so das die alten Säbel viele Jahre im Fahnenschrank im Vereinslokal überleben werden.

Saebel_Bild_01

Die Fahnenoffiziere im Jahre 1995 erstmalig mit den neuen Säbeln

Egbert Mikus, Manfred Paust, Karl Peters

Königspaar Oberst Franz Jöring und Birgitt Peters

Saebel_Bild_02